Ratgeber: Stichwortverzeichnis

Versandkosten

Aus welchen Einzelkosten ergeben sich die Gesamtkosten für den Versand einer Bestellung?

Versandkosten beschreiben bei weitem nicht, wie landläufig oft angenommen wird, nur die Portokosten für den Versand einer Postsendung. Vielmehr sind darin auch alle Kosten enthalten, die zusätzlich zum Porto aufzuwenden sind, um eine Sendung zum Verschicken vorzubereiten und anschließend dem Logistikunternehmen zum Versand zu übergeben.

Immer auf Achse - der fleißige Postbote

Für die meisten Artikel wird in aller Regel eine zusätzliche Versandverpackung erforderlich sein, die zumindestens ein Vielversender regelmäßig einkaufen und verwenden muss. Oft werden zum Sichern des zu versendenden Artikels in der Versandverpackung auch Füllmaterialien wie Luftpolsterfolie oder Verpackungschips benötigt, um nur einige zu nennen. Auch diese haben selbstverständlich einen Preis, der die zu berechnenden Versandkosten beeinflusst. Heute werden oft moderne Verpackungen gewünscht, die den Anforderungen des Umweltschutzes Rechnung tragen, aber auch kundenfreundlich sind, indem sie leicht und ohne Hilfsmittel zu öffnen sind. Verpackungen mit Aufreißstreifen sind inzwischen besonders beliebt, haben aber auch ihren Preis.

Auch der Vorgang des Verpackens ist nicht kostenlos zu haben. Schließlich handelt es sich hier um einen Arbeitsplatz, für den Lohn aufzuwenden ist. Ware muss aus dem Lager entnommen, dann mit einer geeigneten Versandverpackung versehen werden. Bei Erfordernis muss der Artikel mit passenden Füllmaterialien umhüllt werden, um Transportschäden weitestgehend auszuschließen. Anschließend ist die fertige Versandverpackung zu verschließen, beispielsweise mit für diesen Zweck eingekauftem Klebeband. Nachfolgend muss die Versandverpackung mit der Empfängeranschrift versehen werden. Das geschieht heute meist durch Aufbringen eines bedruckten Labels. Als letzter Vorgang, bevor die Sendung das Haus verlässt, muss sie, zumindestens bei unversicherten Postsendungen, korrekt frankiert werden. Damit sie endlich die Reise zu Ihrem Empfänger antreten kann, muss die Ware dann häufig noch zum nächsten Postamt transportiert werden. Auch hier entstehen noch einmal Kosten, die in den Versandpreis einfließen.

Wie zu sehen ist, kommen etliche verschiedene Kostenbestandteile zusammen, die zusammen zunächst den Netto-Versandpreis ergeben. Auf die aus den genannten Einzelkosten ermittelte Summe hat der Unternehmer dann auch noch die Umsatzsteuer zu addieren und den Umsatzsteueranteil an sein Finanzamt abzuführen. Derzeit (Stand 2014) liegt die Umsatzsteuer, auch oft als Mehrwertsteuer bezeichnet, in Deutschland bei 19%.

Kostenloser Versand

In den letzten Jahren hat sich der Begriff des "kostenlosen Versandes" eingebürgert. Hierunter ist freilich beileibe nicht zu verstehen, dass der Versand nichts mehr kostet. Indem die zu berechnenden Versandkosten bereits im Kaufpreis eines Artikels enthalten sind, sorgt der, wenngleich auch nicht ganz korrekte, Begriff jedoch tatsächlich für mehr Transparenz insbesondere beim Onlineeinkauf: für den Kunden ist der ausgewiesene Artikelpreis bereits der zu zahlende Endpreis. Er muss sich bei einem Angebot, dass kostenlosen Versand zusagt, nicht mehr darum kümmern, um wieviel sich der Kaufpreis noch durch hinzukommende Versandkosten erhöhen wird. Besonders bei Artikeln im niedrigen Preisbereich ist das nicht zu unterschätzen.

Oft bekommen Kunden auch kostenlosen Versand angeboten, wenn ihre Bestellung einen bestimmten Mindestwert erreicht hat. Das kann motivieren, vielleicht noch einen passenden Artikel dazuzukaufen, um diese Schwelle zu erreichen. Vom Effekt ist dieses etwa mit einem Mengenrabatt vergleichbar.